COUCH
ZENTRUM FÜR NEUROLOGIE UND SEELISCHE GESUNDHEIT
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(829 Byte) Seelische Gesundheit & Psychiatrie - Angst & Zwang - Neurologie & Psyche - Psychotherapeutische Medizin & Katathymes Bilderleben

  • Das Wort Psychiatrie ist in der Bevölkerung immer noch mehr oder weniger negativ besetzt, auch wenn sich in den letzten zehn Jahren etliches daran gebessert hat. Die frühere Stigmatisierung der Psychiatrie - und ihrer Patienten - hat sich abgeschwächt. Dennoch: Auf der Titelseite auch seriöser deutscher Tageszeitungen taucht das Wort "Psychiatrie" fast immer nur in Zusammenhang mit psychisch kranken Straftätern auf, nach dem Motto: "Täter XY muss in die Psychiatrie". Das Schlagwort "in die Psychiatrie" hat sich auch bei ansonsten fortschrittlichen Journalisten zu Beginn des 21. Jahrhunderts leider noch gehalten. Hingegen kommen positive Berichte über psychisch Kranke auf der Titelseite deutscher Tageszeitungen praktisch nicht vor. Dabei ist die Psychiatrie lediglich die Disziplin der Medizin, die sich mit psychischen Erkrankungen aller Art befasst, unabhängig von deren Ursache, diese kann z.B. eine genetische Disposition sein, aber auch eine Hirnerkrankung wie eine Alzheimer-Krankheit oder außergewöhnliche psychische Belastungsfaktoren können zugrunde liegen. Auch in der Therapie ist die Psychiatrie in keiner Weise festgelegt, je nach Erkrankung, individuellen Besonderheiten und Patientenwunsch bieten sich u.U. etliche Therapiemöglichkeiten an. Medikamentöse Behandlungen gehören genauso zu den Therapieoptionen wie alle Formen der Psychotherapie - und die wissenschaftliche Basis ist in der Psychiatrie genauso vorhanden wie sonst in der Medizin. Ziel und Absicht psychiatrischen Handelns ist die seelische Gesundheit der Patienten.
  • Auf dieser Seite kurz abgehandelt werden (zu Depressionen siehe die Medi-Seite dieser Homepage):
    A. Angststörungen
    B. Zwangsstörungen
    C.
    Die Bedeutung psychologischer und psychiatrischer Faktoren bei neurologischen Erkrankungen
    D.
    Das Katathyme Bilderleben als besondere Form der tiefenpsychologischen Psychotherapie
  • Begleitet werden die vier Kapitel dieser Seite vom Bild der Brücke, dem Bauwerk zum Überspannen von Hindernissen, dem Symbol für die Überwindung von Gräben. Die Maler der 1905 in Dresden gegründeten expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke“ haben alte Konventionen überwunden und brachen zu neuen Ufern auf. All dies ist auch psychisch Kranken zu wünschen, Gräben zwischen sich und der Umwelt zu überwinden, zu neuen Ufern aufzubrechen. Der Brückenbau erfordert Zeit und Phantasie, die Brücke ermöglicht den Besuch der anderen Seite, das Treffen in Mitte, aber auch den zeitweisen Rückzug ans eigene Ufer. Die Gesellschaft ist aufgefordert, noch schönere, einladendere und stabilere Brücken zu ihren psychisch Kranken zu bauen, diese Brücken und Stege regelmäßiger zu benutzen - man muss "die auf der anderen Seite" aber auch mal in Ruhe lassen können.

 

A. Angst gehört zum Menschen, sie ist immer mit körperlichen Begleiterscheinungen verbunden: Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Beklemmung in der Brust, Schwindel. Diese Symptome bedürfen mitunter der körperlichen Diagnostik (eher einmal als zehnmal!), sollten aber nicht zu Fehldiagnosen führen, etwa "Funktionsstörung der Schilddrüse", "Herzrhythmusstörung" oder "Wirbelsäulensyndrom". Solche Erkrankungen gibt es natürlich, sie werden bei Angsterkrankungen jedoch häufig benutzt, um Patienten die "psychische Ecke" zu ersparen. Betroffene sollten sich mit "körperbezogenen Ersatzdiagnosen" nicht selbst betrügen, dies ist nicht so einfach! Eine krankhafte Angst ist gekennzeichnet durch eine heftige Angstreaktion bei Fehlen einer akuten Bedrohung, die Abgrenzung von "normaler Angst" ergibt sich aus den Umständen (z.B. unangemessen heftige Angstreaktion bei belanglosem Auslöser), nicht aus der Art der Angst, diese ist wie beim Gesunden in einer gefährlichen Situation. Eine Depression mit begleitenden Ängsten darf vom Arzt keinesfalls übersehen werden.

Angststörungen treten bei ca. 15% aller Menschen irgendwann einmal im Leben auf, sind also sehr häufig. Leider vergehen bis zur Diagnose in der Regel 5 bis 15 Jahre! Dies hat auch mit der Vielfalt der körperlichen Begleiterscheinungen zu tun, Betroffene können sich deswegen jahrelang in praktisch allen medizinischen Fachgebieten untersuchen lassen! Man BRÜCKE GELB - BRÜCKE MUSEUMunterscheidet heute mehrere Formen, denen eine so genannte "Angst vor der Angst" und eine Vermeidehaltung gemeinsam ist: Bei der Agoraphobie besteht eine Furcht oder Vermeidung von Menschenmengen, öffentlichen Plätzen oder weiten Reisen, u.U. wird das Haus alleine nicht mehr verlassen. Die soziale Phobie führt zu einer starken Angst vor zwischenmenschlichen Situationen (weit mehr als bei einer "normalen Schüchternheit"), man mag keine Reden halten, vermeidet gemeinschaftliches Essen, im Extremfall jede soziale Begegnung. Bei einer spezifischen Phobie besteht eine Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (etwa Spinnen, große Höhe, Gewitter, medizinische Eingriffe), die sehr bekannte Panikstörung führt zu Panikattacken, d.h. zu Episoden intensiver Angst (manchmal allerdings nur ein Unbehagen) mit abruptem Beginn und Herzklopfen, Beklemmung, Schwindel, auch Todesangst bzw. Furcht vor einem Herzinfarkt, letzteres führt nicht selten zu Notarzteinsätzen. Dagegen bleibt die generalisierte Angststörung ohne Angstattacken, es kommt zu einer starken und anhaltenden Angst, die Welt erscheint bedrohlich und voller Risiken, es kommt zu einer ängstlich-sorgenvollen Daueranspannung mit erheblichen Rückzugstendenzen und sozialen Konsequenzen - man kann auch sagen: Ständige, übertriebene Sorgen mit vielen körperlichen Beschwerden (z.B. Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Ruhelosigkeit, Müdigkeit, Beklemmung, Kopfschmerzen).

Ursächlich verantwortlich sind genetische Faktoren nur für eine erhöhte Ängstlichkeit, nicht für eine spezielle Angstform. Traumatische Erlebnisse spielen teilweise eine Rolle, aber es gibt auch schleichende Entwicklungen mit einer gewissen Eigendynamik der Angst. Therapeutisch wird oft eine Verhaltenstherapie mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert, nur bei spezifischen Phobien macht eine medikamentöse Therapie meist keinen Sinn. In Frage kommen ansonsten verschiedene Antidepressiva, die kein Abhängigkeitsrisiko haben, bei der generalisierten Angststörung auch Pregabalin. Wichtig ist, nach einer Besserung die medikamentöse Therapie nicht zu schnell abzusetzen. Für die Betroffenen ganz entscheidend ist, mit dem "therapeutischen Brückenbau" nicht jahrelang zu warten und später - falls erforderlich - die Therapie u.U. lebensbegleitend fortzuführen.

Internet: www.angst-auskunft.de (Allgemeine Angst-Auskunft), www.psychic.de (Angst Panik Hilfe), www.angst-und-panik.de (Angst und Panik)


B. Zwänge kennen wir alle, z.B. das Kontrollieren von Elektrogeräten oder abgeschlossenen Türen. Dies hat in der Regel keinen Krankheitswert. Bei Zwangsstörungen hingegen sind Zwangsgedanken (die fast immer als sinnlos erlebt werden) oder Zwangshandlungen (etwa Waschen, Kontrollieren, Ordnen) quälend und stören den Alltag. BRÜCKE ROT - BRÜCKEN DER WELTZwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen (bei 2 bis 3% aller Menschen ist im Laufe des Lebens eine Zwangsstörung zu erwarten, sie tritt dann meist schon in der Jugend oder spätestens im jungen Erwachsenenalter auf), werden aber häufig verheimlicht. Die Erkrankung ist fast immer chronisch und kann zu ausgeprägten psychosozialen Beeinträchtigungen führen. Betroffene sollten demzufolge nicht lange zögern, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Die Art der Zwänge ist oft kulturell geprägt, die Häufigkeit von Zwangserkrankungen ist allerdings unabhängig von kultureller Herkunft oder sozialer Schicht.

Ursächlich kommen neurobiologische und psychologische Faktoren in Frage. Depressionen und Ängste sind häufigere begleitende Beschwerden. Psychotherapeutisch wird in erster Linie die Verhaltenstherapie eingesetzt. Beim Überwiegen von Zwangsgedanken (gegenüber Zwangshandlungen) oder beim Vorliegen einer begleitenden Depression ist eine zusätzliche medikamentöse Behandlung der alleinigen Psychotherapie überlegen. Eingesetzt werden in erster Linie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, deren Wirksamkeit bei Zwängen meist an die kontinuierliche Einnahme gebunden ist.

Internet: www.zwangserkrankungen.de (Zwangserkrankungen), www.zwaenge.at (Zwangskrankheit), www.ocduk.org (Obsessive-Compulsive Disorder)


C. Kommt eine neuer Patient in die neurologische Sprechstunde, so wird sein Arzt sehr häufig mit den Symptomen Kopfschmerzen und Schwindel konfrontiert. Beide Beschwerden können selbstverständlich sowohl körperlich als auch psychisch bedingt sein. Deswegen hat es sich bewährt - und es ist auch richtig so - wenn der Arzt von Anfang an seine "diagnostischen Fühler" in beide Richtungen ausstrecken kann. Gerade bei einem chronischen Schmerz wäre es völlig falsch, psychologische Gesichtspunkte außer Acht zu lassen.

Aber auch therapeutisch macht es Sinn, wenn derselbe Arzt psychische Folgen körperlicher Erkrankungen mitbehandeln kann. So spielen psychologische Faktoren im Verlauf einer BRÜCKE BLAU - BUCHHEIM MUSEUMMultiplen Sklerose oder einer Parkinson-Krankheit immer eine Rolle, mitunter muss eine depressive Verstimmung mitbehandelt werden, mal beratend, u.U. auch medikamentös. Neben diesen so genannten psychoreaktiven Folgen körperlicher Erkrankungen können bei Hirnerkrankungen diese allein durch organische Veränderungen im Gehirn zu psychischen Folgen führen, es gibt auch Depressionen mit überwiegend körperlicher Ursache, aber auch Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Verhaltensänderungen oder Schlafstörungen sind möglich. All dies muss als Folge von Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Hirntumoren oder Epilepsie nicht auftreten, ist aber möglich und sollte bei ausgeprägteren Beschwerden dann auch mitbehandelt werden. Demzufolge ist es für Patienten mit Hirnerkrankungen sehr hilfreich, wenn das Behandlungsspektrum der Psychiatrie von ihrem Neurologen genutzt werden kann, in der psychologischen Beratung, aber natürlich auch im Einsatz von Medikamenten wie Antidepressiva, Neuroleptika und anderen.


D. Zur psychotherapeutischen Arbeit wird hier das Katathyme Bilderleben vorgestellt (Katathym-imaginative Psychotherapie). Dieses ist ein effektives tiefenpsychologisch fundiertes Therapieverfahren (www.freud-museum.at), welches Tagträume (Imaginationen) nutzt, um Konflikte zu bearbeiten und sich selber besser kennen zu lernen. Diese von der Phantasie getragenen Imaginationen werden im Zusammenhang mit Vorgeschichte und aktueller Situation des Patienten gemeinsam ausgewertet und therapeutisch genutzt.
Einzeltherapien können im Sitzen stattfinden oder auf der
Couch.

ZUHAUSE AUF DER COUCH......KÖNNEN SIE LESEN......STRICKEN......DENKEN - UND VIELES MEHR.<<<<[ Die Couch ]

Das Katathyme Bilderleben (www.agkb.de) ist von allen Krankenkassen im Rahmen eines tiefenpsychologischen Therapiekonzepts zugelassen. Es kann angewendet werden z.B. bei:

Bei meist einer Wochenstunde - und einer Gesamtdauer von 30 bis 80 Sitzungen - hat es zugleich entspannende, Konflikte bearbeitende und kreative Funktionen. Kurztherapien mit 15 bis 30 Sitzungen sind ebenfalls möglich.BRÜCKE GRÜN - BRIDGE CLIMB

Die Fülle möglicher Tagtrauminhalte (der Patient beschreibt bei geschlossenen Augen aufkommende Vorstellungsbilder) wird durch die Vorgabe so genannter Standardmotive strukturiert.
Dabei handelt es sich nach Hanscarl Leuner (Begründer des Verfahrens) oft auch um Landschaftsmotive, wie z.B. Wiese, Berg oder Waldrand. Der tagträumende Patient taucht in der Regel in diesem Motiv auf und erlernt auf der Imaginationsebene beispielsweise wie er (oder sie) Konflikte besser lösen kann.

Ziel einer jeden Psychotherapie ist es, dass der Patient schließlich zum Experten für die selbstständige Lösung seiner Probleme wird, quasi zum Experten für den Bau eigener, schöner und stabiler Brücken. Gemeinsam wird der richtige Weg gesucht und abgesichert. Angestrebt wird eine möglichst optimale und individuelle Lösung des Problems. Voraussetzung ist ein gewisses Maß an Veränderungsmotivation, damit die in der Therapie gewonnenen Einsichten zu einem verbesserten Handeln und mehr Autonomie führen können.

Erlebte Tagtrauminhalte können je nach Lust und Laune bis zur nächsten Stunde vom Patienten gemalt werden. Diese gestalterische Darstellung hat häufig eine unterstützende Therapiefunktion.

>> [ Bilder einer Patientin ]

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Motiv:   "Wiese" Motiv: "Berg" Motiv: "Mauer"

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PAARTHERAPEUT: DR. MARTIN SILBERHORN

Dr. Martin Silberhorn - Freund und Fachkollege - informiert auf seiner sehenswerten Homepage (www.dr-silberhorn.de) originell und musikalisch untermalt über seine Spezialgebiete Psychiatrie, Persönlichkeitstraining und Paarberatung.

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